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22.01.1999 |
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| Von Pascal Beucker |
| Am Sonntag um 20.15 Uhr strahlt
die ARD die erste Folge der neuen
"Schimanski"-Staffel aus:
"Muttertag". Die taz ruhr
sprach mit Horst Vocks, dem Drehbuchautoren. Was hat Sie dazu animiert, den Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien als Kulisse des neuen "Schimanski" zu nehmen? Horst Vocks: Ich habe einen Bericht über Söldner in einer Münchner Boulevardzeitung gelesen. Als man mich fragte, ob ich einen "Schimanski" schreiben will, bin ich ins Archiv der Zeitung gegangen, habe mir diesen Artikel geholt und gedacht, da kann ich etwas draus machen. Dann habe ich natürlich jeden Bericht, den ich in die Finger kriegen konnte, über den Krieg im ehemaligen Jugoslawien gelesen und auch jeden Fernsehbericht gesehen. Danach fing ich an zu schreiben. Als ich die erste Fassung fertig hatte, kam das Abkommen von Dayton. Der Stoff sollte nun nicht mehr gemacht werden. Doch Götz George hat gesagt, er schmeiße den "Schimanski" hin, wenn dieses Buch nicht realisiert wird. Nachdem er sich so geäußert hatte, habe ich weitergearbeitet und das Drehbuch aktualisiert. Bemerkenswert ist, daß der Film im Gegensatz zur allgemeinen Medienberichterstattung über den Jugoslawienkonflikt auf einfache Feindbilder verzichtet. Horst Vocks: Ich glaube, im Krieg gibt es keine Guten, und es gibt keine Bösen. Es ist nicht meine Art, jemandem Schuld zuzuweisen. Ich finde, das was passiert, ist furchtbar. Vielleicht habe ich da eine andere Moral. Werden auch die kommenden "Schimanskis" eine ähnlich starke politische Ausrichtung haben? Horst Vocks: Das glaube ich nicht. Das hängt von den Einfällen der Autoren ab. Natürlich, mir wär's lieb, wenn Schimanski nur politische Stoffe hätte. Das wäre mir sehr lieb. Aber die liegen auch nicht auf der Straße. Sie haben auch den ersten Fall Schimanskis, "Tatort Ruhrort", 1981 geschrieben. Wie sehen Sie die Entwicklung der Figur von damals bis heute? Horst Vocks: Er ist älter geworden, Aber seine Haltung ist die Gleiche. Und die wäre? Horst Vocks: Wie soll ich die Haltung von Schimanski beschreiben? Die ist dermaßen differenziert, ich mag mich da einfach nicht festlegen. Auf jeden Fall: Er hat was gegen die Obrigkeit. Und sein Herz schlägt links - wie das bei jedem naturgegeben so üblich ist. Jetzt kommt einfach das Alter dazu. Darin liegt eine Chance. Diese ewigen blöden Prügelszenen gehen mir derartig auf den Geist. Man verlangt's vom Schimanski und so muß er's halt machen. Aber ich hoffe, das geht immer weiter zurück. |
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