Der Mord
Göktepe wird in Istanbul festgenommen und von Polizisten getötet. Die Behörden leugnen zunächst, dass er in Gewahrsam war.
Über einen staatlichen Mord und den Zustand der Pressefreiheit in der Türkei gestern und heute.
Eine Dokumentation von Pascal Beucker.

Metin Göktepe war 27 Jahre alt, als ihn Polizisten am 8. Januar 1996 in Istanbul zu Tode prügelten.
Der Reporter der linken Tageszeitung Evrensel hatte über die Beerdigung zweier in Haft getöteter Gefangener berichten wollen. Sein Tod löste eine landesweite Protestwelle aus. Zeugenaussagen und öffentlicher Druck verhinderten, dass das Verbrechen vertuscht wurde.
Pascal Beucker reiste zwischen 1996 und 1999 immer wieder in die Türkei, um den Prozess zu beobachten. Das Buch versammelt seine Berichte und Interviews, ergänzt um eine Einordnung und einen Nachtrag.
Historische Dokumentation: Die Texte und zeitbezogenen Angaben entsprechen der Buchausgabe von März 2024. Sie sind keine fortlaufend aktualisierte Bestandsaufnahme.
Göktepe wird in Istanbul festgenommen und von Polizisten getötet. Die Behörden leugnen zunächst, dass er in Gewahrsam war.
Das Verfahren beginnt in Aydın. Später wird es nach Afyon verlegt – weit entfernt vom Tatort Istanbul.
Sechs der elf angeklagten Polizisten werden verurteilt. Die Verantwortung der Führung des Polizeiapparats bleibt ausgespart.
Ein Amnestiegesetz ermöglicht die vorzeitige Freilassung der noch inhaftierten verurteilten Polizisten.
Reportagen, Prozessberichte und Gespräche mit Angehörigen, Zeugen und Beobachtern. Jedes Kapitel öffnet die entsprechende Originalseite.
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Über einen staatlichen Mord und den Zustand der Pressefreiheit in der Türkei gestern und heute
Pascal Beucker, 1966 in Düsseldorf geboren, begleitete den Göktepe-Prozess zwischen 1996 und 1999 als freier Journalist. Seine Artikel erschienen unter anderem in der Frankfurter Rundschau, der Jungle World, der Kölner StadtRevue, der Kommune, M – Menschen Machen Medien und der Jungen Welt.
Seit 1999 arbeitet er für die taz, zunächst als Landeskorrespondent in Nordrhein-Westfalen, seit 2014 im Inlandsressort.
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